Kurz & Bündig: Beschaffungskosten 

Dr. Bernd Reineke

Unter Beschaffungskosten versteht man die kalkulatorischen Kosten, die bei der Bestellung eines Artikels anfallen. Komponenten von Beschaffungskosten können u.a. sein:

  • Bestellkosten,
  • Rabatte,
  • Boni,
  • Skonti,
  • Zusatzkosten bei ungünstigen Bestellmengen,
  • Transportkosten,
  • Versicherungskosten,
  • Verpackungskosten.

Beschaffungskosten bestehen somit aus fixen wie variablen Kosten, aus direkten, wie indirekten Kosten.

Bei der Ermittlung wirtschaftlicher Losgrößen in der Beschaffung spielen die Beschaffungskosten eine entscheidende Rolle. Je höher die Beschaffungskosten in Vergleich zu den Lagerhaltungskosten ausfallen, desto seltener und mit umso größeren Losen wird bestellt und umgekehrt. Eine ungenaue Ermittlung der Beschaffungskosten bewirkt eine ungenaue Ermittlung wirtschaftlicher Losgrößen.

Unser Tipp:

Gerne wird bei der Berechnung wirtschaftlicher Losgrößen mit Vollkosten gearbeitet. Bei einer solchen Vollkostenbetrachtung fließen jedoch auch Fixkosten in die Beschaffungskosten ein, die völlig unabhängig von der Höhe eines Bestellloses sind. Dadurch fallen Beschaffungskosten und damit Bestelllose weit höher aus, als dies bei realistischer Kostenbetrachtung der Fall wäre. Bei der Ermittlung wirtschaftlicher Losgrößen sind daher nur die Beschaffungsgrenzkosten relevant, die sich bei einer Erhöhung oder Verringerung der Bestelllosgröße, ausgehend von der aktuellen Bestelllosgröße, tatsächlich verändern.

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Dr. Bernd Reineke

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Dr. Reineke promovierte im Maschinenbau und verantwortete zunächst 10 Jahre in der Industrie die Bereiche Logistik, Planung, Disposition, Entwicklung und IT. Er berät seither Unternehmen mit den Schwerpunkten SCM, Produktionssteuerung, IT-Optimierung und Bestandsmanagement. Die Ergebnisse seiner Projekte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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