Bestellen mit System

Lagerumschlag durch systematisches Bestandsmanagement verdoppelt

Im Zuge eines Reorganisationsprogramms von Abels & Kemmner konnte der Küchenarmaturen-Großhändler Rudolph den durchschnittlichen Lieferbereitschaftsgrad auf 93,8 Prozent steigern. Wesentlich trug dabei zur Verbesserung die Einführung eines Dispositionsoptimierungssystems bei.

Das Artikelsortiment bei der Alfred Rudolph GmbH & Co. KG, Halver, beträgt ca. 15.000 Positionen. Nur bei 7.000 handelt es sich um Artikel, die sich in den letzten zwölf Monaten bewegt haben. Rund 5.000 Positionen sind ständig im Lagersortiment geführt. Täglich sind etwa 2.000 Aufträge mit 4.500 Positionen abzuwickeln. Im Juni 1998 wurde ein neues Warenwirtschaftssystem (Famac/AC-Service) eingeführt. Trotzdem sank Ende 1998 die Lieferbereitschaft unter 80 Prozent.

Die Ursachen dieses Dilemmas konnten mittels systematischer Analysen schnell geklärt werden: Einerseits entsprach das Lagersortiment nur zum Teil den Marktbedürfnissen, andererseits waren die eingestellten Dispositionsverfahren und Parameter nur pauschal und “aus dem Bauch” bestimmt worden. Hilfen bei der Optimierung der Verfahren und Parameter sowie Möglichkeiten zur Ermittlung von Trend- und Saisonfaktoren fehlten gänzlich. Hier machten sich die Stärken des Optimierungssystems Diskover bemerkbar. Im Jahr 1999 wurde wegen eines geplanten Versionswechsels bei dem Warenwirtschaftssystem (WWS) die Parametrierung der notwendigen Dispositionsparameter zunächst extern von den Beratern Abels & Kemmner errechnet und dann an das WWS-System überspielt. Seit Januar 2000 ist Diskover 4.0 operativ im Einsatz und übernimmt als Famac-Frontend die komplette Disposition.

Die Disponenten wählen über das Disponentenkennzeichen die entsprechenden Artikel und über ein Lieferantenkennzeichen bestimmte Lieferanten aus, die am aktuellen Tag zu bearbeiten sind. Über eine Ereignisliste lassen sich wahlweise alle Artikel anzeigen, bei denen Diskover einen Bestellvorschlag ermittelt hat. Auch können zunächst besonders kritische Fälle, z. B. Artikel, bei denen in der Wiederbeschaffungszeit der Sicherheitsbestand unterschritten wird oder voraussichtlich Fehlmengen auftreten werden, selektiert werden.

Für jeden selektierten Artikel läßt sich dann die aktuelle Bedarfsprognose sowie die Auftragssituation anschauen. Zudem ist auch die zusätzliche Berechnung von Saison- und Trendfaktoren oder die Berücksichtigung von Sonderaktionen möglich. Auf der Basis einer dynamischen, reichweitenorientierten Bestellmengenrechnung ermittelt Diskover daraufhin tagesgenau die notwendigen Bestellvorgänge. Die in Diskover ermittelten Bestellungen werden in Famac gespeichert und für die weitere Abwicklung verwaltet.

Die Bestandsreichweite als Verhältnis von Bestand zu Verbrauch hat sich mittlerweile von 1,93 auf 1,07 Monate halbiert. Dies entspricht im Prinzip einer Verdoppelung des Lgerumschlages.

Prof. Dr. Andreas Kemmner

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